Die Anderen

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Die Anderen

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Bild-Objekt-Schwarm, Kunstverein Kohlenhof, Nürnberg, 2017

Papier, Hautleim, Kreide, Acrylfarbe, Maße variabel

Gefördert vom Amt für Kultur und Freizeit der Stadt Nürnberg

 

Hunderte leerer Augenpaare schauen den Besucher/innen entgegen, umringen sie und lassen sie nicht mehr los. Die Papiermasken in verschiedensten Formaten und Grauschattierungen schweben im Schwarm vor den Wänden. Sie folgen schiefen und springenden Linien, sind gelegentlich verdichtet, dann wieder zerstreut und heben die Stabilität eines Raumgefüges optisch auf. Der Boden beginnt zu schwanken.

Die Masken entstanden in mehreren Arbeitsschritten. Zunächst wurden unzählige Formate aus grau-braunem Packpapier geschnitten und anschließend mit Kreideleimgrund bestrichen. Auf jedes Blatt wurde ein Augenpaar gezeichnet und ausgeschnitten. In einem letzten Arbeitsschritt wurde die Eigenheit der jeweiligen Maske durch schwarze Besprühung herausgearbeitet.

„Die Anderen“ konfrontiert mit ambivalenten Sachverhalten: Die blicklosen Augenpaare zeugen einerseits von einer unendlichen Vielfalt: Sie können von Menschen, Tieren, unbekannten Wesen, Aliens stammen. Sie mahnen an gescheiterte Hoffnungen, vielfachen, anonymen Tod. Andererseits wirkt die massenhafte Invasion im Raum bedrohlich. Sie holt uns in eine bereits eingetretene Zukunft: 7,418  Mrd. Menschen leben aktuell auf der Welt. Hunger, Krieg und Vertreibung werden in Zukunft noch gewaltigere Migrationsbewegungen hervorrufen als bislang zu verzeichnen.

In der Betrachtung der Installation wechseln Zuneigung, Trauer, Angst und Abwehr einander ab. Auch das in Bewegung versetzte Raumgefüge steht sowohl für Öffnung, Ausweitung als auch für ungewisse Veränderung, es bewegt, irritiert und verunsichert.